




Redesign des Colloca-Weinetiketts
Das Projekt
Meine Verbindung zu Colloca begann vor vielen Jahren, als das Weingut seine Türen öffnete. Gemeinsam mit Chris Colloca entwarfen wir das Logo des Weinguts sowie dessen erstes Etikett. Über die Jahre entwickelte sich aus unserer Zusammenarbeit eine Freundschaft auf Distanz. Eines Tages erhielt ich einen Anruf von Chris, der eine Neugestaltung der bestehenden Etiketten anstrebte, um sie auf ein höheres Niveau zu heben. Er hatte auch ganz konkrete Vorstellungen dazu. Wir diskutierten alles im Detail, und nachdem ich alle Informationen erhalten hatte, begann ich mit der Arbeit an diesem Projekt.
Die Herausforderung
Herausforderungen begleiten mich schon seit vielen Jahren. Ich suche nicht aktiv nach ihnen, aber ich nehme sie an, sobald sie mir begegnen. Das erste Colloca Weinetikett war bereits eine Herausforderung; dessen Nachfolger stellte jedoch keine Ausnahme dar. Ich befand mich erneut in der gleichen Situation, die ich bereits oft erlebt habe: Mein eigenes Design neu zu gestalten, zu verbessern und in neuem Licht erstrahlen zu lassen.
Ich bin an solche Momente gewöhnt, auch wenn sie mich manchmal zur Verzweiflung treiben, da man nicht nur aus seinen eigenen Schuhen, sondern auch aus seiner eigenen Identität heraustreten und als ein anderer Kreativer agieren muss. Glücklicherweise bin ich Zwilling und habe 4-5 verschiedene Persönlichkeiten in mir, um dieser Herausforderung zu begegnen.
Das Ergebnis
Chris und ich waren auf der Suche nach einem sehr klaren Etikett. Er wünschte sich ein schlichtes Etikett, das aus der Ferne nahezu vollständig weiß aussieht. Mit näherem Hinsehen enthüllt sich jedoch eine Vielzahl an Details. Es ist eine echte Herausforderung, mit großen weißen Hintergründen zu arbeiten, da alles, was darauf platziert wird, extrem sichtbar wird. In dieser Situation beschloss ich, mich zunächst auf die technische Seite zu konzentrieren, bevor ich mein Design entwickelte.
Das erste, was ich festlegen wollte, war das Papier oder auch Leinwand, wie ich es oft nenne.
Ich war sofort vom Moonlight-Papier von Arconvert angetan: Es war merklich dicker, doch besonders beeindruckte mich sein außergewöhnliches Verhalten bei der Tiefprägung mit einem Heißprägeklischee. Das Papier besteht aus Acrylfasern, die unter Hitze und hohem Druck schmelzen und so einen erstaunlichen Vertiefungseffekt erzeugen. Gleichzeitig werden die vertieft geprägten Bereiche semitransparent. In meinem Design haben wir den Colloca-Schriftzug im oberen Bereich vertieft geprägt und damit einen faszinierenden Effekt erzielt.
Wendet man das Etikett an einer weißen oder roséfarbenen Weinflasche aus klarem Glas an und hat dabei eine Gegenlichtquelle, bleibt die Opazität des Papiers unverändert, ausgenommen an den geprägten Stellen. Das Prägebild wird also semi-transparent, und das Licht passiert Glas, Wein und Papier, wodurch die geprägten Schriftzüge des Colloca-Logos farblich hervorgehoben werden. Es war eine große Herausforderung für meine Kollegen von Daga Print, das optimale Gleichgewicht zwischen Druck und Temperatur zu finden, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Sie haben großartige Arbeit geleistet.
Dieses Papier stellte einen echten Durchbruch dar, da es mir ermöglichte, große Flächen des Etiketts weiß zu belassen und gleichzeitig erstaunliche Effekte hinzuzufügen, die das gesamte Etikett hervorheben.
Die untere Hälfte des Etiketts war der Rebsorte und der Weinregion vorbehalten, die mit matter kupferfarbener Heißfolie geprägt wurden. Darunter befindet sich ein Textabschnitt, der den Wein sowie das Terroir beschreibt.
Das ursprüngliche Colloca-Etikett war in gewisser Weise lebhafter, mit mehr Verzierungen. Bei diesem neuen Etikett haben wir die Tradition des Originals beibehalten, es jedoch in ein klareres, zeitgenössisches Design transformiert.
So wie in meinem Profundo Projekt, spielte das faszinierende Moonlight-Papier eine entscheidende Rolle und war der Schlüssel zum Erfolg dieses neuen Weinetikettendesigns. Ohne dieses Papier wäre die Entwicklung des Etiketts ganz anders und vermutlich nicht so erfolgreich verlaufen.
Projektbeteiligte:
Kunde: Colloca Estate Winery
Weinetikettendesigner: the Labelmaker
Druckerei: Daga Printing House
Typografie: Bolyar Sans Pro & Aureus Pro by the Fontmaker
Foto: Jordan Jelev