



Surrealistisches Weinverpackungsdesign für Heaven’s Door Weine
Surrealistisches Weinverpackungsdesign ist in meiner Praxis eine Seltenheit. Zum einen, weil ich mich eher als abstrakte Person denn als surrealistisch empfinde, und zum anderen, weil es nur wenige Kunden gibt, die bereit sind, solche Ideen zu akzeptieren. Man trifft sie nicht täglich. Doch obwohl jeder Mensch besonders und einzigartig ist, stellen insbesondere diese Kunden eine Herausforderung dar – oft sogar, ohne zu merken, was sie bewirken. Es ist stets ein ungewöhnlicher, unvorhersehbarer und aufregender kreativer Prozess, der viel harte Arbeit erfordert.
Der Name Heaven’s Door stammt von einem der Besitzer des Weinguts. Als ich ihn zum ersten Mal hörte, war ich zunächst unsicher, wie ich ihn interpretieren sollte. Ging es um Religion, Engel oder Wolken? Ich hatte keine Ahnung, wo und wie ich beginnen sollte. Also verfasste ich eine lange E-Mail mit Dutzenden von Fragen und Gedanken. Dies markierte den Beginn eines intensiven Brainstormings. Wir tauschten diverse Schlagwörter und Ideen aus – jeder brachte seine persönlichen Gedanken und Eindrücke zu dem Projekt ein. Nachdem wir alles gesagt hatten, was uns durch den Kopf ging, begann ich intensiv zu arbeiten – nicht am Computer, sondern mit meinen Gedanken und meiner Fantasie. Nach dieser tiefgehenden Diskussion war ich fest davon überzeugt, dass bald ein außergewöhnliches Etikett entstehen würde. Tatsächlich hatte ich ein klares Gefühl, dass ich ein surrealistisches Weinverpackungsdesign schaffen würde – das war die einzig angemessene Lösung, um diesem provokanten Weinnamen gerecht zu werden.
Ich begann mit der Gestaltung der Wolken – ich suchte nach einem ruhigen und friedlichen Hintergrund, und die Wolken boten sich perfekt an. Dramatische, farbenfrohe Himmel wünschte ich mir nicht; ich strebte nach himmlisch weißen Wolken und Gelassenheit – so wie das Fliegen mit einem Jet an einem sonnigen Tag über den Wolken. In der Gestaltung von Weinetiketten verwende ich selten fotorealistische Bilder, doch hier war es die exzellente Wahl, um ein einprägsames Etikett mit einem einfach zu bearbeitenden Hintergrund zu kreieren. Ich wählte eine alte Version der Bodoni-Schriftart für den Titel Heaven’s Door und hatte fast das Gefühl, das Etikett sei damit beinahe fertig. Allerdings konnte ich nicht einfach nur Wolken und Text platzieren. Ich benötigte ein Element, das die Idee hinter Heaven’s Door auf besonders einprägsame Weise verkörperte. Gedanken an eine Tür, Treppen, vielleicht Stufen kamen mir. Schließlich entschied ich mich dazu, die Tür beziehungsweise das Tor durch ein einfaches Element zu ersetzen, das die Idee einer „Öffnung“ ausdrückt. Wir hatten ein direktes Symbol – die Wolken. Die Tür war das zweite, die Treppe das dritte Symbol. Die Tür befand sich zwischen dem Himmel und der Treppe, daher brauchte meine „Treppe zum Himmel“ nicht einfach nur eine Tür oder ein Tor, sondern eine abstrakte Öffnung, durch die man hindurchgehen konnte. So entstand die Idee für die Raute aus Goldfolie in der Mitte des Etiketts. Es bildete die Verbindung zwischen zwei realistischen Elementen und war gleichzeitig das Schlüsselelement, das das gesamte Projekt in ein surrealistisches Weinverpackungsdesign verwandelte. Es ist ein sehr spirituelles Konzept, das hoch über den Wolken schwebt und Ideen von Perspektive, neuen Horizonten, Erleuchtung und dem göttlichen Kontakt mit dem Zauber des Weins vermittelt.
Heaven’s Door ist nicht nur ein weiteres Etikett auf der Landkarte – es stellt einen meiner Versuche dar, ein neues Kapitel in meiner beruflichen Laufbahn zu eröffnen, indem ich surrealistisches Weinverpackungsdesign für diese wunderschönen Weine kreiere.
Die Serie umfasst einen Rotwein und einen Roséwein. Bald wird sie durch weitere Weine ergänzt. Ich plane, diese in verschiedenen Farben zu gestalten und dabei die Idee meines ursprünglichen Designs beizubehalten.
Die Flasche wird von Vetreria Etrusca hergestellt. Sie besticht durch eine sehr elegante, glatte Form und eine wunderschöne dunkle Farbe mit geringer Sättigung.
Für dieses Etikett verwende ich das Papier Constellation Jade Raster. Ich greife oft auf dieses Papier zurück, da seine Oberfläche dem Kunstwerk Eleganz und Glanz verleiht, ohne es zu dominieren. In diesem Etikett trug das Papier entscheidend zur Gesamtwirkung bei – die perlartigen Oberflächenreflexionen lassen den Himmel fast metallisch wirken und machen die Wolken absolut fotorealistisch. Dies erreichte ich durch einen weißen Überdruck, der den Hintergrund hinter den Wolken papierweiß erscheinen ließ – mein geheimes Element in diesem surrealistischen Weinverpackungsdesign.
Projektbeteiligte:
Kunde: Velis Vineyards
Design: the Labelmaker
Flasche: Vetreria Etrusca
Papier: Constellation Jade Raster by Arconvert
Foto: Jordan Jelev